Stress. Kein Thema ist so langweilig und ausgeleiert, oder? Stress hat schließlich jeder, immer. Der eine geht einfach nur besser damit um, der andere schlechter.
Ich komme eigentlich gut mit Stress zurecht, zumindest dachte ich das immer. In den letzten Wochen hatte ich allerdings Anlass, mein Stress-Management noch einmal scharf zu überdenken. Das Ergebnis: mehr Schlaf (oder zumindest der Vorsatz dazu), weniger Freizeitstress (= Abendverabredungen) und eine Erkenntnis, die Dir bestimmt nicht neu ist: Stricken hilft!

Damit das Stricken aber auch wirklich zum Stressabbau beiträgt, habe ich mir vorgenommen, nur zu Stricken, worauf ich gerade Lust habe - und mich nicht selbst damit unter Druck zu setzen, endlich mal wieder ein Projekt beenden zu müssen...
Entsprechend finden sich auf meinen Nadeln derzeit zwei neue Projekte...während der Cardigan aus dem letzten Monat weiterhin auf seine Fertigstellung warten muss. Aber hey, kein Stress! 


Bereits auf der Zielgeraden bin ich mit meinem zweiten Paar Pairfectpants. Das erste war so ein fantastisches Nebenbei- und Unterwegs-Projekt (und außerdem ein 1A-Babygeschenk), dass ich direkt im Anschluss Nummer Zwei angeschlagen habe. Diesmal allerdings - Vorsicht, Anarchie! - statt mit Pairfect-Garn mit ganz gewöhnlicher Sockenwolle. Wobei, so gewöhnlich nun auch wieder nicht: es handelt sich um die Mainz 05-Variante (oder war es Bayern München?^^) aus der Stadion Color-Serie von Regia; genau das richtige für den Fußball(fan)-Nachwuchs. 
Ich bin so verliebt in den Look aus breiten und schmalen Streifen, dass ich darüber nachdenke, auch noch je ein Knäuel in Bremen und Schalke zu kaufen - und dass, obwohl ich gar nicht die passende Anhängerschaft zu bestricken habe...


Noch nicht so weit bin ich mit dem Mosaiktuch für Sylvie Raschs aktuellen Knit Along. Der vierte Teil ist zwar schon veröffentlicht, ich krebse aber immernoch bei Teil 2 rum. Aber: Kein Stress! Das Stricken macht Spaß und die Mosaiktechnik ist mir schon jetzt ans Herz gewachsen - genauso wie der subtile Farbverlauf, der sich dank des roten Garns (übrigens stinknormales Sockengarn von Wolle Rödel) durch das Tuch zieht.  

Ganz frisch habe ich noch ein drittes Projekt auf den Nadeln, auch dieses aus Sockenwolle. Es werden ganz simple Vanilla Socks (also glatt rechts gestrickt, nix Aufregendes) - spannend daran ist allerdings, dass ich zum ersten Mal zwei Socken gleichzeitig stricke. Mit Magic Loop auf einer Rundstricknadel! Obwohl ich kaum über das Bündchen hinaus bin, bin ich jetzt schon begeistert! Die Vorstellung, nach der Fertigstellung direkt ein fertiges Sockenpaar zu haben, ist einfach SO COOL! Warum habe ich das nur nicht schon früher ausprobiert? 


Vorab habe ich mir zwei youtube-Videos angesehen, um den Einstieg richtig hinzukriegen. Vorgegangen bin ich dann nach der Technik von The Knitting Expat, die die Bündchen zunächst separat strickt und erst dann beide Socken auf eine Rundstricknadel auffädelt. Nächstes Mal traue ich mich dann vielleicht auch an die Variante von Very Pink Knits, bei der auch schon die Bündchen gemeinsam auf einer Nadel gestrickt werden. Denn so viel steht fest - es wird ein nächstes Mal geben! 

Wie gehst Du mit Stress um? Hast Du - abgesehen vom Stricken - noch ein paar Entspannungstips für mich? Erzähl (wenn Du magst - bloß kein Stress!). 
xoxo Katha

Verlinkt bei Maschenfein

During the last weeks, I got to attest the stress-relieving qualities of knitting - it's true, knitting does help me to umwind and calm down my mind (but I bet you knew that already). To cancel out as much stress as possible, I decided to only knit what I wanted (as opposed to what needed to get finished) - which is apparently stripy and made out of sock yarn. From top to bottom: another pair of Pairfectpants for a baby due in October, a shawl in mosaic knitting and a pair of socks (knit two at a time). What's on your needles right now?  
Einem guten Angebot kann ich einfach nicht wiederstehen! Als neulich im Newsletter von Craftsy (dem amerikanischen Vorbild für Makerist) ein stark reduzierter Online-Workshop von Clara Parkes beworben wurde, musste ich also selbstverständlich zuschlagen!

Clara Parkes schreibt nicht nur tolle Bücher (in wenigen Tagen erscheint übrigens wieder eins...), sondern kennt sich auch wahnsinnig gut mit Garnen aus - entsprechend drehen sich auch ihre Craftsy-Kurse um genau dieses Thema.

Der Kurs, den ich mir angesehen habe, nennt sich Stashbusting - Make the most of the yarns you have und richtet sich an alle Strickbegeisterten, die *möglicherweise* dazu neigen, Wolle zu horten (ich rate mal: die meisten von uns!).


Mein Stash ist alles andere als klein und wartet mit vielen Einzelsträngen auf - hier mal ein schönes Garn, dort eins, aber keineswegs genug für ein größeres Projekt. Mit anderen Worten: Die perfekte Umgebung für ein paar Workshop-Übungen!

Der Kurs gliedert sich in sieben Kapitel. Zunächst wird der Stash Marie Kondo-mäßig begutachtet: Was muss gehen, was darf bleiben? Bei mir darf natürlich alles bleiben, also weiter im Programm.
Danach geht es den angefangenen Projekten, den UFOs, an den Kragen. Weiterstricken, Ribbeln oder den ungeliebten Pullover-Lappen doch besser in einen Kissenbezug verwandeln? Die Tips sind nicht schlecht, aber noch hat mich Clara nicht gekriegt.
Als nächstes geht es um unidentifizierte Garne: Das Garn war eine Erbschaft und die Banderole ist verloren? Du würdest aber trotzdem gerne wissen, womit Du es zu tun hast? Jetzt wird es langsam spannend... Clara hat gute Tips zusammengestellt, um Mystery-Garne zu entmystifizieren. Hier nehme ich gleich mehrere gute Ideen mit!
Anschließend geht es um verschiedene Möglichkeiten, Garnreste zu verwenden und verschiedene Garne miteinander zu kombinieren - genau das richtige für meine disparaten Wollvorräte. Drei Projekte, an denen man das Gelernte üben kann, hat Clara natürlich auch noch mitgebracht.
Zum Schluß gibt es noch einige Hinweise zum Thema Woll-Lagerung und ich begreife, dass es noch nicht reicht, die Wolle in Motten-sicheren Plastikkisten zu lagern...die Garne wollen auch regelmäßig bewegt werden! Ist das am Ende doch ein Pladoyer für Stash-Reduktion? Der Frage gehe ich besser nicht nach...

Fazit. Der Kurs macht Spaß und ich konnte einiges dazulernen - weltbewegendes Geheimwissen darf man allerdings nicht erwarten! Wer schon länger strickt, dem wird das meiste bekannt sein. Dennoch habe ich den Kauf nicht bereut - zumal ich das Gelernte am Wochenende gleich in die Tat umsetzen konnte: Tatsächlich gab es da ein Garn-Geschenk von unbekannter Menge und Qualität. Nun kann ich sagen: 525g reine Wolle mit einer Lauflänge von 100m auf 50g. Yay!

Wie ist es um Deinen Stash bestellt? Bist Du auch ein Sammler-Typ oder verstrickst Du immer gleich alles, was Du dazukaufst? Und freust Du Dich auch so auf das neue Buch von Clara Parkes?
xoxo Katha
Let's talk about your stash! I'm sure you know a lot about the beautiful skeins of yarn in your possession: the names of the colorways, where you got them and what you initially wanted to do with them. But you can always know more, right? Enter Clara Parkes and her Craftsy class on Stashbusting. I really enjoyed it - and I did indeed learn a thing or two!
When in doubt, cast on! Eine bewährte Strategie von mir, wie man an meinen vielen halbfertigen Projekten sehen kann (an dieser Stelle die komplette Liste). Im letzten Monat wollte ich die Zahl meiner unfinished objects noch reduzieren, die "Ich bin ein UFO"-Aktion von Rebecca und Frau Brezelbutter sorgte für extra Motivation. Doch dann kam mir ein - ungewollt - überdimensioniertes Sommertop dazwischen...und in solchen Momenten hilft nur eins: Ablenkung. Natürlich durch ein neues Projekt!

In den letzten Tagen habe ich daher an Erika Knights superkuscheligem Rib Wrap Cardigan gearbeitet. Die offene Strickjacke könnte mein ständiger Herbstbegleiter werden und das, dem Wetter nach zu urteilen, sogar schon recht bald. Vorausgesetzt natürlich, dass ich sie halbwegs zügig zu Ende stricke und nicht nach dem ersten Rückschlag gegen ein weiteres Ablenkungsprojekt tausche... Bisher läuft aber alles gut und ich genieße es sehr, dank der dicken Wolle schnell Fortschritte zu sehen.
Ich stricke übrigens - das kommt echt selten vor - mit der in der Anleitung vorgesehenen Wolle: Maxi Wool von Erika Knight. Reine Schurwolle in einem satten, herbstlichen Rotton, benannt nach einem meiner liebsten Alfred Hitchcock-Filme. Und mit weicher, extra-dicker Wolle (12er Nadeln!) kriegt man mich sowieso immer...


Bei meinem (Strick-)Anschlags-Wahn sind mir mittlerweile natürlich auch die Projektbeutel und -körbe ausgegangen. Mein neues rotes Lieblingsprojekt dürfte aber unmöglich ohne zu Hause sein - also gibt es jetzt auch einen passenden Lieblingsprojektbeutel: 


Ich setze mich nur noch sehr selten an die Nähmaschine (das genaue Arbeiten fällt mir so schwer!), aber einen Beutel hin und wieder kriege ich noch gerade so hin.
Dieses Mal war der Druck allerdings höher als sonst, weil echt was auf dem Spiel stand: Der Plan war, meinen allerliebsten Jutebeutel* in eine project bag umzuarbeiten, denn zum Lebensmittel-Rumtragen war er mir längst zu schade.


Die Maße habe ich beibehalten und einfach nur die Träger abgenommen (einer dürfte in Form eines Henkels bleiben). Innen ist der Beutel nun mit zwei zusätzlichen Taschen für Anleitung, Maschenmarkierer, Schere und dergleichen ausgestattet. Der Boden wurde ordentlich verbreitert, damit die Tasche frei stehen kann, und schließen lässt sie sich mit einem Zugband. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis (und so froh, dass ich die gute Jute mit der Aktion nicht versaut habe!).



Was machst Du, wenn Dir beim Stricken etwas daneben geht? Beißt Du die Zähne zusammen und korrigierst alles sofort, oder wählst Du wie ich auch schonmal die Übersprungshandlung? Und hast Du eigentlich auch einen Lieblings-Jutebeutel?
xoxo Katha

*Den Beutel gab es 2009 anlässlich einer Ausstellung von Rikrit Tiravanija in der Kunsthalle Friedericianum zu kaufen. Was es mit dem Aufdruck 'less oil more courage' auf sich hat, kannst Du hier nachlesen.

Verlinkt bei Maschenfeins Auf den Nadeln

I am really good at casting on new projects! When something goes wrong with my current knit, it feels so much better to direct my energy to a new project than to work out the problems with the old one... Recently, I messed up a summer top and cast on a lovely, super-chunky cardigan as a coping mechanism. Here's to hoping that I don't mess up this one - because I'd really like to wear the piece this fall!

Wenn Du dieses Wochenende frustriert bist, sagen wir, weil Du zum Beispiel wochenlang an einem Sommertop gestrickt hast - mit Maschenprobe und Rumrechnen und allem Pipapo -, das Du bedingt durch die Kontruktion erst ganz zum Schluss, also nach dem Zusammennähen, anprobieren konntest - um dann festzustellen, dass es aus Dir völlig schleierhaften Gründen zwei Nummern zu groß ist.
Oder weil Du krank ans Bett gefesselt bist und deshalb eine Hochzeit an der Mosel absagen musstest.

Dann habe ich hier ein paar feine Dinge, um Dich *ein bißchen* aufzuheitern:
  • Draußen ist es grau, warum also nicht auf der Couch bleiben, mit Strickzeug, Tee und ein paar inspirierenden Magazinen. Eine Riesenladung Herzblut steckt in der ersten Ausgabe von Mimis yarnchix-Zine, was neben einem persönlichen Bericht zum Edinburgh Yarn Festival auch eine Anleitung für sehr besondere Handschuhe und ein herzallerliebstes Mini-Zine enthält. 
  • Was die gestalterische Perfektion betrifft, ist das Koel Magazin das komplette Gegenprogramm: wer etwas für hochwertige (und hochpreisige) Lifesyle-Magazine übrig hat, wird hiermit sehr glücklich werden! Das dicke Heft versammelt Anleitungen, Rezepte und einen Haufen inspirierender Bilder.
  • Hörst Du auch so gerne Podcasts wie ich? Einer meiner liebsten ist Dear Hank and John, in dem die Brüder Hank und John Green, die auch einen sehr erfolgreichen youtube-Channel betreiben und viele andere coole Dinge machen (Beststeller schreiben, youtube-Conventions organisieren...), Hörerfragen beantworten. Falls Du den Podcast noch nicht kennst, ist die vorletzte Folge ein idealer Einstieg: Dort ging es doch tatsächlich ums Stricken!
  • Sehr gerne habe ich auch die aktuelle Episode vom Knit Collage-Podcast gehört; Meghan Fernandes, eine der Gründerinnen vom Pom Pom Magazine, erzählt über die Anfänge des Magazins, ihren Arbeitsalltag und ihren Umzug in die USA. 
  • Für einen Tag auf der Couch bestens geeignet ist auch der Craftsy-Kurs "Stashbusting: Make the Most of the Yarns You Have" von Clara Parkes. Für Newsletter-Abonnenten gibt es auf den Kurs gerade einen sehr attrktiven 70%-Rabatt, da habe ich nicht lange überlegt. Und jetzt freue ich mich total auf meinen Einzelunterricht mit Clara heute Nachmittag!
  • Anschließend geht's dann weiter mit Knitflixing: Ich schaue aktuell Berlin Station. Die Spionage-Serie hat mich schnell begeistert mit einem handlungsreichen Plot, guter Besetzung...und meiner Lieblingsstadt in der Nebenrolle.
  • Nach so viel Wohlfühl-Programm bin ich morgen dann vielleicht so weit, mein maxi-großes Sommertop wieder aufzuribbeln...Carina hat es gerade vor- und mir damit Mut gemacht. Und dann geht's nochmal von vorne los, diesmal aber besser in einem Stück. Ich werde mich mit Hilfe von Ninas Anleitung auf dem Lanade-Blog daran versuchen, die Konstruktion aufs Runstricken anzupassen - am Lace-Teil werde ich vorher allerdings noch eine Weile tüfteln müssen!

Erzähl, was hat Dich zuletzt frustriert inspiriert?
xoxo Katha
Some weeks just don't go as planned, and it's the same with knitting projects... It's frustrating for sure, but in the end, there's only so much you can do about it: keep calm, frog ...and knit on.