When in doubt, cast on! Eine bewährte Strategie von mir, wie man an meinen vielen halbfertigen Projekten sehen kann (an dieser Stelle die komplette Liste). Im letzten Monat wollte ich die Zahl meiner unfinished objects noch reduzieren, die "Ich bin ein UFO"-Aktion von Rebecca und Frau Brezelbutter sorgte für extra Motivation. Doch dann kam mir ein - ungewollt - überdimensioniertes Sommertop dazwischen...und in solchen Momenten hilft nur eins: Ablenkung. Natürlich durch ein neues Projekt!

In den letzten Tagen habe ich daher an Erika Knights superkuscheligem Rib Wrap Cardigan gearbeitet. Die offene Strickjacke könnte mein ständiger Herbstbegleiter werden und das, dem Wetter nach zu urteilen, sogar schon recht bald. Vorausgesetzt natürlich, dass ich sie halbwegs zügig zu Ende stricke und nicht nach dem ersten Rückschlag gegen ein weiteres Ablenkungsprojekt tausche... Bisher läuft aber alles gut und ich genieße es sehr, dank der dicken Wolle schnell Fortschritte zu sehen.
Ich stricke übrigens - das kommt echt selten vor - mit der in der Anleitung vorgesehenen Wolle: Maxi Wool von Erika Knight. Reine Schurwolle in einem satten, herbstlichen Rotton, benannt nach einem meiner liebsten Alfred Hitchcock-Filme. Und mit weicher, extra-dicker Wolle (12er Nadeln!) kriegt man mich sowieso immer...


Bei meinem (Strick-)Anschlags-Wahn sind mir mittlerweile natürlich auch die Projektbeutel und -körbe ausgegangen. Mein neues rotes Lieblingsprojekt dürfte aber unmöglich ohne zu Hause sein - also gibt es jetzt auch einen passenden Lieblingsprojektbeutel: 


Ich setze mich nur noch sehr selten an die Nähmaschine (das genaue Arbeiten fällt mir so schwer!), aber einen Beutel hin und wieder kriege ich noch gerade so hin.
Dieses Mal war der Druck allerdings höher als sonst, weil echt was auf dem Spiel stand: Der Plan war, meinen allerliebsten Jutebeutel* in eine project bag umzuarbeiten, denn zum Lebensmittel-Rumtragen war er mir längst zu schade.


Die Maße habe ich beibehalten und einfach nur die Träger abgenommen (einer dürfte in Form eines Henkels bleiben). Innen ist der Beutel nun mit zwei zusätzlichen Taschen für Anleitung, Maschenmarkierer, Schere und dergleichen ausgestattet. Der Boden wurde ordentlich verbreitert, damit die Tasche frei stehen kann, und schließen lässt sie sich mit einem Zugband. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis (und so froh, dass ich die gute Jute mit der Aktion nicht versaut habe!).



Was machst Du, wenn Dir beim Stricken etwas daneben geht? Beißt Du die Zähne zusammen und korrigierst alles sofort, oder wählst Du wie ich auch schonmal die Übersprungshandlung? Und hast Du eigentlich auch einen Lieblings-Jutebeutel?
xoxo Katha

*Den Beutel gab es 2009 anlässlich einer Ausstellung von Rikrit Tiravanija in der Kunsthalle Friedericianum zu kaufen. Was es mit dem Aufdruck 'less oil more courage' auf sich hat, kannst Du hier nachlesen.

Verlinkt bei Maschenfeins Auf den Nadeln

I am really good at casting on new projects! When something goes wrong with my current knit, it feels so much better to direct my energy to a new project than to work out the problems with the old one... Recently, I messed up a summer top and cast on a lovely, super-chunky cardigan as a coping mechanism. Here's to hoping that I don't mess up this one - because I'd really like to wear the piece this fall!

Wenn Du dieses Wochenende frustriert bist, sagen wir, weil Du zum Beispiel wochenlang an einem Sommertop gestrickt hast - mit Maschenprobe und Rumrechnen und allem Pipapo -, das Du bedingt durch die Kontruktion erst ganz zum Schluss, also nach dem Zusammennähen, anprobieren konntest - um dann festzustellen, dass es aus Dir völlig schleierhaften Gründen zwei Nummern zu groß ist.
Oder weil Du krank ans Bett gefesselt bist und deshalb eine Hochzeit an der Mosel absagen musstest.

Dann habe ich hier ein paar feine Dinge, um Dich *ein bißchen* aufzuheitern:
  • Draußen ist es grau, warum also nicht auf der Couch bleiben, mit Strickzeug, Tee und ein paar inspirierenden Magazinen. Eine Riesenladung Herzblut steckt in der ersten Ausgabe von Mimis yarnchix-Zine, was neben einem persönlichen Bericht zum Edinburgh Yarn Festival auch eine Anleitung für sehr besondere Handschuhe und ein herzallerliebstes Mini-Zine enthält. 
  • Was die gestalterische Perfektion betrifft, ist das Koel Magazin das komplette Gegenprogramm: wer etwas für hochwertige (und hochpreisige) Lifesyle-Magazine übrig hat, wird hiermit sehr glücklich werden! Das dicke Heft versammelt Anleitungen, Rezepte und einen Haufen inspirierender Bilder.
  • Hörst Du auch so gerne Podcasts wie ich? Einer meiner liebsten ist Dear Hank and John, in dem die Brüder Hank und John Green, die auch einen sehr erfolgreichen youtube-Channel betreiben und viele andere coole Dinge machen (Beststeller schreiben, youtube-Conventions organisieren...), Hörerfragen beantworten. Falls Du den Podcast noch nicht kennst, ist die vorletzte Folge ein idealer Einstieg: Dort ging es doch tatsächlich ums Stricken!
  • Sehr gerne habe ich auch die aktuelle Episode vom Knit Collage-Podcast gehört; Meghan Fernandes, eine der Gründerinnen vom Pom Pom Magazine, erzählt über die Anfänge des Magazins, ihren Arbeitsalltag und ihren Umzug in die USA. 
  • Für einen Tag auf der Couch bestens geeignet ist auch der Craftsy-Kurs "Stashbusting: Make the Most of the Yarns You Have" von Clara Parkes. Für Newsletter-Abonnenten gibt es auf den Kurs gerade einen sehr attrktiven 70%-Rabatt, da habe ich nicht lange überlegt. Und jetzt freue ich mich total auf meinen Einzelunterricht mit Clara heute Nachmittag!
  • Anschließend geht's dann weiter mit Knitflixing: Ich schaue aktuell Berlin Station. Die Spionage-Serie hat mich schnell begeistert mit einem handlungsreichen Plot, guter Besetzung...und meiner Lieblingsstadt in der Nebenrolle.
  • Nach so viel Wohlfühl-Programm bin ich morgen dann vielleicht so weit, mein maxi-großes Sommertop wieder aufzuribbeln...Carina hat es gerade vor- und mir damit Mut gemacht. Und dann geht's nochmal von vorne los, diesmal aber besser in einem Stück. Ich werde mich mit Hilfe von Ninas Anleitung auf dem Lanade-Blog daran versuchen, die Konstruktion aufs Runstricken anzupassen - am Lace-Teil werde ich vorher allerdings noch eine Weile tüfteln müssen!

Erzähl, was hat Dich zuletzt frustriert inspiriert?
xoxo Katha
Some weeks just don't go as planned, and it's the same with knitting projects... It's frustrating for sure, but in the end, there's only so much you can do about it: keep calm, frog ...and knit on.